Jahresbericht der Willibrord-Gesellschaft 2003-4

abgegeben an der 3. ordentlichen Mitgliederversammlung der Schweizerischen Willibrord-Gesellschaft am 14. Februar 2004 in Bern

Nach dem Weggang von André Wyss nach Schottland und dem Tod von Gérard Henriod im vergangenen Jahr zählt unsere Gesellschaft noch 54 Mitglieder, einschleisslich der 2 Kirchgemeinden. Gemäss Beschluss der letzten Vollversammlung konnten wir für das Amt des Kassiers an Stelle von Alan Bridgman Herrn Hector Davie gewinnen, dessen Amt des Rechnungsrevisors nicht, wie ursprünglich gedacht, André Wyss übernehmen konnte; freundlicherweise hat sich Herr Brian Morgan zur Verfügung gestellt; als 2. Rechnungsrevisor an Stelle von Dr. Ernst Felchlin hat sich freundlicherweise Herr Max Gürtler bereit erklärt.

Neu im Vorstand sind seit 2003 Lars Simpson und Sarah Aebersold, die beide engagiert in die Arbeit eingestiegen sind. So konnten wir die Diskussionen der letzten Vollversammlung zum Willibrord-Tag dahin gehend präzisieren, dass wir eine ganze Reihe diskussionswürdiger Themen auflisteten und zum Willibrord-Tag auch zunächst entprechend einluden:

  • Zusammenarbeit Partner Sein/anglikanische chaplaincies
  • Jugendarbeit, Kindergottesdienste, Firmunterricht, child protection
  • Gemeinsames ökumenischens Auftreten
  • High/Low church bei Anglikanern und Altkatholiken.
  • Aus- und Weiterbildung

    Über den Verlauf des Tages (10. Oktober) berichteten die Willibrord-News (2-2003, S. 8) und das Christkatholische Kirchenblatt (22-03, S. 7). Ausser dem erstgenannten Punkt kam es aber am Willibrord-Tag nur zu einer Diskussion des Firmunterrichts; es wurde auf ein internationales altkatholisches Seminar "Modelle der Firmkatechese" im Juni in Vallendar/Deutschland hingewiesen und der Wunsch geäussert, dass dieses Seminar auch für anglikanische Teilnehmer offen sei. Das Thema "child protection" scheint stark tabuisiert und vor allem gesetzlich geregelt. Für das Thema "Jugendarbeit" wurden keine workshop-Leiter gefunden; allerdings fand vom 11.-18. 7. eine gemeinsame Reise von Jugendlichen nach Taizé statt (The European Anglican, Autumn 2003, 26). Alles andere fand nicht genügend Interesse.

    Vor allem kam in Zürich die Zusammenarbeit mit Partner Sein zur Sprache. Auf der letzten anglikanischen Synode wurde diese Zusammenarbeit dann auch beschlossen: die anglikanischen Kirchgemeinden beteiligen sich mit je 500 Franken an der Sammlung; ausserdem werden sie aufgefordert, sich an der Kollekte zum Missionssonntag (Trinitatis) zu beteiligen; dies ist in diesem Jahr ein Projekt des anglikanischen Bischofs im Kongo. Wir können diesen Beschluss als Erfolg der Bemühungen unserer Gesellschaft ansehen.

    An den Synoden und Pastoralkonferenzen (chapter meetings) nahmen regelmässig Beobachter teil. Besonderes Interesse fand die Anwesenheit des christkatholischen Bischofs Fritz-René Müller an der Januar-Synode der Archdeaconry (The European Anglican, Spring 2003, 36).

    Am 1. März hielt Rev'd Titre Ande, Direktor des Institut Supérieure de Theologie in Bunia (Kongo) einen Vortrag mit Videofilm über die Situation seines Instituts im Bürgerkrieg. Tags zuvor hielt er die Predigt in Zürich, die der Präsident von Partner Sein, Armin Lüthy, übersetzte. Weitere Stationen in der Schweiz waren u. a. Genf, Solothurn, Neuchatel, Bern; Pfr. Ande "vertrat" im Fernsehgottesdienst zur Fastenzeit den afrikanischen Kontinent sowie Südamerika.

    Dr. Richard Pamplin leitete an der Christkatholischen und Evangelischen Theologischen Fakultät der Universität Bern im Auftrag von Prof. Dr. Urs von Arx eine Lektüregruppe zu den Schriften des anglikanischen Theologen Hooker; im Wintersemester meldeten sich allerdings zu wenige Teilnehmer für eine Fortsetzung der Gruppe an.

    Pfr. Adrian Suter hat angeboten, sich um unsere website www.willibrord.org zu kümmern.

    Trimbach, im Februar 2004
    Pfr. Klaus Heinrich Neuhoff
    Präsident der Schweizerischen Willibrord-Gesellschaft